Die Planeten

Venus

 

Venus, Jupiter    4.6.2002         

Dieses Bild entstand in der Abenddämmerung. Es zeigt die Planeten Venus (oben) und Jupiter. Beide sind am Himmel nach dem Mond meist die hellsten Objekte.  Die Sichtbarkeit des Jupiter neigt sich hier dem Ende entgegen. Er wird in einigen Tagen zu dicht an der Sonne stehen, um noch auffindbar zu sein. Die Venus beginnt gerade ihre Abendsichtbarkeit.

Die beiden Planeten haben hier einen Abstand von nur etwa 2°. Einen Tag zuvor war der Abstand noch geringer - leider spielte das Wetter nicht mit und eine Beobachtung war nicht möglich.

Aufnahme mit Hi8 - Kamera

Während einer Kometenbeobachtung sah ich durch das 8-24x50 Zoomfernglas auch die Venus tief am Horizont. Bei Maximalzoom war ihre Sichelform gut zu erkennen. Daraufhin unternahm ich den Versuch, die Venus mit der Hi8 - Kamera durch das Fernglas hindurch aufzunehmen. Ich war erstaunt, was mit so einfachen Mitteln möglich ist.

Komposit mehrerer Einzelbilder, aufgenommen durch ein Fernglas (vergleichbare Brennweite etwa 5m)

 

 

16.5.2004

Die Venus am Taghimmel zu beobachten, ist aufgrund ihrer Helligkeit möglich. Das Auffinden am Himmel gestaltet sich jedoch sehr schwierig. Einfach hingegen ist es mit einer Goto-Montierung. Man muss nur in der Nacht zuvor das Teleskop genau justieren. Dann genügt am Tage ein Knopfdruck auf der Tastatur der Steuerung, um sie aufzusuchen.

Allerdings ist das Seeing im durch die Sonne aufgeheizten Teleskop recht heftig. In diesem Fall habe ich auch nicht die günstigste Kamera genutzt. Da ich in der Nacht weitere Galaxienaufnahmen machen wollte, hatte ich schon die Spiegelreflexkamera installiert. Aber auch damit konnte ich die Venus aufnehmen. Trotz nur 1/2000s Belichtungszeit bei 100 ASA war die Venus leider überbelichtet. Durch die hohe Farbtiefe der Aufnahmen konnte ich die Helligkeit hinterher so weit herunterregeln, dass das nicht mehr auffiel. 

Rechts ist die bearbeitete und vergrößerte Aufnahme zu sehen. Das Gesamtbild (anklicken) zeigt eines der noch unbearbeiteten Summenbilder.

 

Venus am Taghimmel, 600 Aufnahmen, 1/2000s durch das 254/1016 N auf Canon EOS 1100Da mit CLS-Filter bei 100 ASA, addiert mit Giotto und Fitswork

26.4.2020

 

 

2.6.2002

Ø = 12,9"

Auf den folgenden Bildern sind die Phasen der Venus während der Bewegung auf ihrer Bahn gut zu erkennen. Ich habe hier die Bildgrößen jeweils so angepasst, dass der scheinbare Durchmesser annähernd maßstabsgerecht dargestellt wird.

Die Bilder entstanden jeweils durch Okularprojektion. Bei den Bildern von 1999 und 2001 verwendete ich das 150mm Spiegelteleskop. Die Belichtungszeit beträgt jeweils 1/8 s auf 1600 ASA. Dabei ist das Bild von 2001 leider stark überbelichtet worden.

Die übrigen Bilder habe ich mit der Hi8 - Kamera aufgenommen und davon jeweils mehrere Einzelbilder addiert. Das Bild von 2002 nahm ich durch den 63mm - Refraktor auf. Bei den Bildern von 2004 verwendete ich das 250mm SN - Teleskop.

Einzelheiten in der dichten Wolkendecke konnte ich bisher durch mein Fernrohr nicht erkennen. Lediglich auf Bildern von Venussonden sind Strukturen der Wolken zu sehen.

3.4.1999

Ø = 13,7"

5.3.2004

Ø = 18,7"

 

15.2. 2001

Ø = 35,4"

 

 

19.5.2004

Ø = 48,7"

23.5.1999

Ø = 19,2"

 

Nun habe ich versucht, die Phasen der Venus in einem Film darzustellen. Dafür habe ich etwa alle 5 Tage eine Aufnahme der Venus gemacht.

 

6.1.2009

11.1.2009

15.1.2009

20.1.2009

25.1.2009

1.2.2009

6.2.2009

11.2.2009

      1.3.2009

17.3.2009

Bereits nach wenigen Tagen kann man die scheinbaren Veränderungen der Venus im Vergleich erkennen.

 

Leider erhielt ich, bedingt durch das Wetter, keine vollständige Serie für den kurzen Film. So habe ich auch passende Bilder aus vergangenen Jahren verwendet. 

Aber selbst mit diesen Bildern enthielt der Film noch Lücken. Diese Lücken füllte ich durch Simulation (Überblendung) aus. Die Bewegung der Venus habe ich im Film ebenfalls darzustellen versucht (nicht maßstabsgerecht). Die hier erkennbare Bahn ist entsprechend der Lage der Webcam allerdings geneigt. Der Film stellt die Sichtbarkeit der Venus über fünf Monate dar. Das entspricht mehr als einem halben Venusumlauf (siderisch). Da sich die Erde in dieser Zeit aber auch auf ihrer Bahn weiter bewegt, entspricht das noch keinem vollständigen Wechsel von "Vollvenus" zu "Neuvenus" (synodisch).

       

 

Die Aufnahmen entstanden durch den 63/840mm Refraktor durch Okularprojektion auf Philips ToUCam Pro II.

 

 

In der Skizze unten ist dargestellt, wie die Größenunterschiede und Phasen zu Stande kommen. Auf ihrer Bahn kommt die Venus der Erde zeitweise näher und erscheint damit größer. Je nach Winkel zwischen Sonne, Venus und Erde sehen wir nur einen Teil der beleuchteten Oberfläche. ( Gilt auch für Merkur )

Die Venus ist am Himmel mit bloßem Auge bereits sehr gut zu erkennen, da sie als hellster Punkt schon in der Dämmerung sichtbar ist. Bereits Monate vor und nach der größten Elongation kann man sie am Himmel auffinden. Mit einem Fernrohr mit parallaktischer Montierung ist das sogar am Tage möglich (Mit dem genau eingenordeten Teleskop kann man ihre Position an den Teilkreisen einstellen oder relativ zur Sonne ermitteln). Da sie aber immer in relativer Nähe zur Sonne steht, kann sie niemals um Mitternacht beobachtet werden. Sie erscheint jeweils als "Morgenstern" oder "Abendstern". Schon in einem guten Fernglas kann man die Sichelform der Venus erkennen, wenn sie sich gerade in der Nähe der Erde befindet.

Nach der Skizze müsste sich die Venus auch direkt vor der Sonnenscheibe vorbeibewegen. Da die Venusbahn und die Erdbahn aber nicht exakt in der gleichen Ebene liegen, sind solche Ereignisse recht selten.

Bewegt sich die Venus direkt vor der Sonne vorbei, kann man sie bereits mit bloßem Auge ( geschützt durch einen entsprechenden Sonnenfilter ) als kleines schwarzes Scheibchen vor der Sonne sehen.

Venustransit am 8.6.2004

7.30 Uhr

9.00 Uhr

Die Beobachtungsbedingungen an diesem Tag waren sehr gut. Der gesamte Verlauf des Transits konnte prima beobachtet werden.

Diese vier Bilder sind nur eine kleine Auswahl. Ich habe sie mit dem 

62/840 mm Refraktor aufgenommen. Als Filter verwendete ich Mylarfolie. Die Belichtungszeit betrug jeweils 1/30 s auf 100 ASA.

Nach der Auswertung des Materials (über 80 Fotos und einige Videosequenzen, durch drei Teleskope aufgenommen) habe ich eine neue Seite zusammengestellt, auf der weitere Bilder und Videos zu sehen sind. 

Hier die Ergebnisse:

10.45 Uhr 

12.50 Uhr

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Jahr

Größte östliche Elongation (Abendsichtbarkeit)

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