Venustransit

8. Juni 2004

 

 

Bei astronomischen Beobachtungen spielt auch das "Glück" mit dem Wetter eine Rolle. In diesem Fall war es so. Nach vielen Tagen Regen oder dichter Bewölkung begann der 8. Juni völlig wolkenlos. Gegen Mittag zogen dann einige kleine Wölkchen vorüber, die aber die Beobachtung kaum beeinträchtigten. Bereits der nächste Tag, wie auch die folgenden, wären für eine lückenlose Beobachtung nicht mehr geeignet gewesen. Das Wetter zeigte sich dann meist von seiner regnerischen Seite. 

Zusammengestellt aus Aufnahmen im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

Serienaufnahme des Venustransits

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

7.25 Uhr

Während des Venustransits nahm ich alle 5 Minuten ein Bild durch den 62/840 mm Refraktor auf 100 ASA bei 1/30 s Belichtungszeit auf. Einige davon sind links zu sehen. In der Serienaufnahme oben verwendete ich jedes dritte Bild. Der leichte Knick in der Mitte der Serienaufnahme entstand durch meine mangelhafte Justierung. Ich habe die Montierung um 7.00 Uhr (6.00 Uhr MEZ) einfach nach Augenmaß im rechten Winkel zur Sonne ausgerichtet. Das allein wäre wohl bei Sonnenaufnahmen noch kein Problem gewesen, aber nach der Hälfte des Transits suchte sich mein Kameragehäuse ausgerechnet ein Stativbein als Ziel. Ich musste die Stunden- und Deklinationsachse jeweils um 180° drehen, um dieses Zusammentreffen zu vermeiden. Erst auf den Fotos bemerkte ich, dass dies einen scheinbaren Richtungswechsel der Venus zur Folge hatte.

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

8.00 Uhr

 

Aus allen Fotos habe ich dann auch einen kurzen Zeitrafferfilm des gesamten Ereignisses zusammengestellt. Leider ist mir kein Computerprogramm bekannt, das mehrere Bilder automatisch in der richtigen Lage zu einem Film zusammenführt. Also musste ich alle Bilder per Hand mit der Maus übereinander legen und ausrichten. Das gelang mir wohl nicht perfekt, denn das Video ruckelt ein wenig. Trotzdem war es für mich schon ein schöner Anblick, die Venus erstmals über die Sonnenscheibe "rasen" zu sehen.

 

Hier die komprimierte Version:                  Zusammengestellt aus Aufnahmen im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

Venustransit im Zeitraffer 2500-fach (9s 528kB, WindowsMediaVideo)

(Die Auflösung beträgt in der komprimierten Version 510 x 510 Punkte. Das Video kann als Vollbild betrachtet werden)

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

8.35 Uhr

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

9.10 Uhr

Für Aufnahmen mit der Hi-8 Kamera nutze ich an diesem Tag den 50/540 mm Refraktor. Die Auflösung dieses Teleskops ist zwar nicht besonders hoch, trotzdem erhoffte ich mir durch Addition mehrerer Einzelbilder bessere Ergebnisse. Leider hat die Einstellung der Bildschärfe bei den Aufnahmen versagt. Die Ergebnisse waren eher enttäuschend. Das einzige akzeptable Bild ist hier rechts zu sehen.

Komposit mehrerer Einzelbilder einer Hi8 Aufnahme durch 50/540mm Refraktor (Software: GIOTTO)

8.31 Uhr

etwa 3m Brennweite

Aus den unscharfen Aufnahmen mit der Videokamera, die ich während der Eintrittsphase der Venus in die Sonnenscheibe machte, habe ich noch ein Minivideo zusammengestellt. 

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

9.45 Uhr

 

Eintritt der Venus in die Sonnenscheibe 7.22 Uhr bis 7.42 Uhr; Einzelbilder wurden im Abstand von etwa 2 Minuten aufgenommen (2s 23kB, WindowsMediaVideo)

Zusammengestellt aus Aufnahmen mit Hi8 Kamera durch 50/540mm Refraktor

An einem weiteren 62/840 mm Refraktor nutzte ich die Projektionsmethode, um den Transit ständig beobachten zu können. Gegen Ende des Venusdurchgangs habe ich den Projektionsschirm mit der Videokamera aufgenommen - mit erstaunlichen Resultaten. Die eigentliche Aufnahme erscheint recht blass.

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

10.20 Uhr

Aber nach einer Bearbeitung am Computer sind die Bilder gar nicht so schlecht.

Komposit mehrerer Einzelbilder einer Hi8 Aufnahme (Software: GIOTTO)                Komposit mehrerer Einzelbilder einer Hi8 Aufnahme (Software: GIOTTO)

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

10.55 Uhr

Videoaufnahme des Projektionsschirms              Bild entzerrt und kontrastverstärkt

Da man das Bild bei der Projektionsmethode nicht direkt senkrecht aufnehmen kann (das Fernrohr ist im Weg), wird das Bild etwas verzerrt. Das kann man am Computer recht gut korrigieren.

Die folgende Bildserie zum Ende des Venustransits habe ich mit dieser Methode aufgenommen.

 

Austritt der Venus aus der Sonnenscheibe

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

11.30 Uhr

                13.02 Uhr                       13.03 Uhr                            13.06 Uhr

Komposit mehrerer Einzelbilder einer Hi8 Aufnahme vom Projektionsschirm (Software: GIOTTO)Komposit mehrerer Einzelbilder einer Hi8 Aufnahme vom Projektionsschirm (Software: GIOTTO)Komposit mehrerer Einzelbilder einer Hi8 Aufnahme vom Projektionsschirm (Software: GIOTTO)

 Komposit mehrerer Einzelbilder einer Hi8 Aufnahme vom Projektionsschirm (Software: GIOTTO)   Komposit mehrerer Einzelbilder einer Hi8 Aufnahme vom Projektionsschirm (Software: GIOTTO)Komposit mehrerer Einzelbilder einer Hi8 Aufnahme vom Projektionsschirm (Software: GIOTTO)

                13.12 Uhr                          13.15 Uhr                             13.19 Uhr

Da der Fotoapparat am Fernrohr eine andere Lage hatte als das Bild auf dem Projektionsschirm, erscheint diese Bildfolge in einer anderen Richtung.

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

12.05 Uhr

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

12.40 Uhr

Auch aus diesen Aufnahmen habe ich ein weiteres Minivideo zusammengestellt. Da die zeitliche Abfolge der Aufnahmen unregelmäßig war, habe ich fehlende Einzelbilder durch Überlagerung des vorangehenden und nächsten Bildes erzeugt.

 

Austritt der Venus aus der Sonnenscheibe 13.02 Uhr bis 

13.23 Uhr; Einzelbilder wurden im Abstand von etwa 2 Minuten aufgenommen bzw. erzeugt (2s 23kB, WindowsMediaVideo)

Zusammengestellt aus Aufnahmen mit Hi8 Kamera vom Projektionsschirm

Aufnahme im Primärfokus, 62/840mm Refraktor, 1/30s auf 100 ASA

13.15 Uhr

 

Die Beobachtung dieses Venustransits war also recht erfolgreich. Bis zum nächsten Transit müssen wir nun bis in das Jahr 2012 warten. In Deutschland kann man am 6. Juni in den frühen Morgenstunden aber nur noch das Ende des Ereignisses verfolgen. Einen weiteren Transit der Venus wird wohl kaum ein jetzt lebender Mensch sehen können.

Es gibt da ja noch den nächsten Merkurtransit. Der ist zwar nicht so spektakulär, aber eine Beobachtung mit dem Fernrohr lohnt allemal. In Deutschland müssen wir darauf allerdings immerhin bis zum Jahr 2016 warten.