Deep Sky

Galaxien

 

  

Die Andromedagalaxie (M31) ist mit einer Entfernung von mehr als 2 Millionen Lichtjahren die nächste Spiralgalaxie zu unserer Position. Sie gehört wie auch unsere Milchstraße zur lokalen Gruppe, deren Mitglieder sich um ein gemeinsames Zentrum bewegen. Durch ihre Größe kann man sie als einzige am Nordhimmel mit bloßem Auge erkennen. Bei guter Sicht ist ein kleiner nebliger Fleck im Sternbild Andromeda zu finden.

Das Bild links entstand in 15 Minuten bei 120 mm Brennweite auf 400 ASA Negativfilm. Rechts benutzte ich das Teleskop mit 1200 mm Brennweite und belichtete 15 Minuten auf 1600 ASA Negativfilm. Das genügte offenbar noch nicht, denn es sind noch keine Einzelheiten erkennbar. Links oben im rechten Bild ist aber die kleine Galaxie M32 bereits zu sehen.

 

Andromedagalaxie 22.10.2000

Andromedagalaxie 14.10.1996

 

 

Bessere Sichtbedingungen und ein lichtstärkeres Teleskop machen es möglich. Im linken Bild sind schon Teile der Staubbänder in M31 deutlich zu erkennen. Neben M32 (links oben) ist hier auch schon die Galaxie M110 (Mitte unten) gut zu sehen. Dieses Bild habe ich bei 1016 mm Brennweite (f/4) 5 Minuten auf 800 ASA Negativfilm belichtet. Dabei wurden Sterne bis etwa 14m abgebildet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andromedagalaxie 12.10.2004

 

 

Trotz des schon recht hellen Mondlichts an diesem Tag richtete ich das Teleskop wieder einmal auf M31. Die hohe Lichtempfindlichkeit der Digitalkamera ermöglicht kurze Belichtungszeiten. Deshalb konnte ich in relativ kurzer Zeit mehrere Aufnahmen machen. Das Addieren der Bilder reduziert das bei hoher Empfindlichkeit starke Bildrauschen. Dennoch ist es im Summenbild noch sichtbar.

 

 

Durch die große Ausdehnung der Andromedagalaxie am Himmel ist es nicht möglich, sie komplett aufzunehmen. Hier wäre eine geringere Brennweite nötig (was allerdings bessere atmosphärische Bedingungen erfordert) oder ein größerer Kamerachip.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andromedagalaxie 5.8.2007

 

Der Anblick der Andromedagalaxie fasziniert immer wieder. Sicher liegt das auch an ihrer Größe, was viele Details erkennen lässt. So nahm ich sie erneut auf, mit noch mehr Einzelbildern und noch empfindlicherer Kamera. Damit werden in der Aufnahme Sterne sichtbar, die zum Teil schwächer als 18m sind.

Wahrscheinlich wird auch das noch nicht das letzte Foto gewesen sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andromedagalaxie am 24.7.2012 durch 250/1016 mm SN-Reflektor mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, 140 Aufnahmen je 8s bei 6400 ASA gemittelt mit Fitswork    

 

 

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Da in der letzten Aufnahme der Andromedagalaxie das Bildfeld zu klein war, um auch M110 mit abzubilden, machte ich nun den Versuch, diese Galaxie selbst ins Zentrum der Aufnahme zu rücken.

 

 

 

 

M110 15.8.2012 durch 250/1016 mm SN-Reflektor mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, 90 Aufnahmen je 25s bei 6400 ASA gemittelt mit Fitswork

 

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Im rechten Bild ist oben die Dreiecksgalaxie M33 schwach zu sehen. Das Bild wurde 5 Minuten bei 120 mm Brennweite auf 400 ASA Negativfilm belichtet. Die Dreiecksgalaxie befindet sich etwas südlich vom Sternbild Andromeda im Sternbild Dreieck, von dem im Bild einige Sterne zu sehen sind. Es gelang mir bereits beide Galaxien gemeinsam auf einem Foto abzubilden. Leider war die Qualität des Bildes schlecht.

Mit einem kleinen oder mittleren Fernrohr kann man bereits einige Galaxien beobachten. Viele bieten einen interessanten Anblick. Beispielsweise die Sombrerogalaxie, die wir direkt von der Kante sehen. Vor einem schwach leuchtenden linsenförmigen Objekt erscheint ein dunkler Nebelstreifen, der diese Galaxie scheinbar in zwei Teile teilt.

 

Viele weiter entfernte Galaxien zeigen sich im Fernrohr jedoch nur als kleine Nebelflecken. Nur auf lang belichteten Bildern werden Einzelheiten erkennbar. Ich denke, dass mir bestimmt noch einige davon vor die Linse kommen.

 

 

Dreieck 17.8.1997

 

 

M 33 befindet sich in etwa 3 Millionen Lichtjahren Entfernung. Allerdings verteilt sich die Helligkeit auf eine große Fläche. Es erfordert einen sehr dunklen Himmel und lange Belichtungszeiten, um diese Galaxie detailliert zu fotografieren. In diesem Fall war der Himmel nicht perfekt, sodass ich die Belichtungszeit kürzer wählen musste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

M33 22.10.2011

 

 

Günstigere Bedingungen und eine bessere Kamera ermöglichten mir dieses Foto von M33. Auch die Addition von mehr Einzelaufnahmen ließ mehr Details erkennen.

 

 

 

 

 

Komposit aus 100 Einzelbildern mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 30s bei 6400 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

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Die Galaxie M74 ist etwa 35 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Wir blicken direkt von oben auf die Galaxienscheibe. Gut erkennbar sind bereits die Spiralarme dieser Spiralgalaxie, die etwas kleiner als unsere Milchstraße ist. Bei den rötlichen Flecken handelt es sich meist um Sternentstehungsgebiete.

 

 

 

 

 

M74 am 15.8.2012

Komposit aus 100 Einzelbildern mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 25s bei 6400 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

Ein erneuter Versuch zur Aufnahme dieser Galaxie mit deutlich längerer Belichtungszeit führte nicht zu einer deutlich besseren Aufnahme. Der Unterschied ist eher gering. Wahrscheinlich sind besonders gute Bedingungen nötig, um die schwachen Strukturen dieser Galaxie abbilden zu können.

 

 

 

 

M74 am 28.10.2014

Komposit aus 120 Einzelbildern mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 120s bei 800 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

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Mit rund 60 Millionen Lichtjahren Entfernung ist die Galaxie M77 schon um einiges weiter von uns entfernt und erscheint deshalb auch kleiner. Ein sehr helles Zentrum mit sichtbarem Balken ist von einer schwach leuchtenden Scheibe mit schwer erkennbaren Spiralarmen umgeben. Die große Helligkeitsdynamik stellt hohe Anforderungen an die Bildbearbeitung. Auf den Rohbildern überstrahlt das helle Zentrum den Rest völlig.

 

 

 

M77 am 15.8.2012

Komposit aus 95 Einzelbildern mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 20s bei 6400 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

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Nach der Bildaddition fand ich in der linken oberen Ecke der Aufnahme von M77 noch eine weitere Galaxie. Es handelt sich um NGC1055. Sie befindet sich etwa in der gleichen Entfernung wie M77. Allerdings blicken wir direkt auf die Kante der Galaxienscheibe. Sie wird deshalb auch als Edge-On-Galaxie bezeichnet. Das dichte Staubband, das die Galaxienscheibe umgibt verdeckt den Blick auf die Kante und scheint damit die Galaxie in zwei Teile zu spalten.

 

 

NGC1055 am 15.8.2012

Komposit aus 95 Einzelbildern mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 20s bei 6400 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

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Eine weitere Edge-On-Galaxie ist NGC 891. Hier blicken wir so genau auf die Kante, dass die Staubscheibe um die Galaxie als gerade Linie erkennbar ist. Durch ein Teleskop betrachtet hat diese Galaxie Ähnlichkeit mit einer Nadel.

Mit etwa 30 Millionen Lichtjahren Entfernung ist sie nur halb so weit entfernt und auch deutlich größer.

 

 

NGC 891 am 22.9.2012, Belichtungszeit 2h, Einzelbilder je 35s durch das 250/1016 SN im Primärfokus auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS-Filter, addiert mit Fitswork

 

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Die Spiralgalaxie NGC 6946, auch Feuerwerksgalaxie, ist visuell nur etwa 50% größer als die 60 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxien weiter oben. Mit etwas mehr als 20 Millionen Lichtjahren befindet sie sich deutlich näher als diese, ist daher in Wirklichkeit kleiner. So gelang es mir hier durch eine deutlich längere Belichtung mehr Einzelheiten hervortreten zu lassen.

 

 

NGC6946 am 18./19.8.2012, 4 Stunden Belichtungszeit aus Einzelbildern mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 30s bei 6400 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

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Die Spiralgalaxien M 81 (rechts) und M82 (links) sind am Himmel kaum mehr als ein halbes Grad voneinander entfernt. Deshalb ist es leicht möglich, sie zusammen in einem Bild aufzunehmen. 

Beide Galaxien sind nur 11,8 (M 81) und 14 (M 82) Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Damit gehören sie zu den visuell größten und hellsten Galaxien am nördlichen Sternhimmel.

 

 

M 81, M 82 am 7.12.2012, 120 Aufnahmen je 30s durch das 250/1016 SN im Primärfokus auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

 

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Im Sternbild Jagdhunde befindet sich die Whirlpool-Galaxie M 51. Sie steht in starker Wechselwirkung mit ihrem kleineren Begleiter, NGC 5195. Dabei wird eine große Zahl von Sternen aus den Systemen herausgeschleudert. Durch die Komprimierung interstellaren Gases findet eine ungewöhnlich starke Sternentstehung statt (sichtbar als rötliche Fleckchen und Bänder). Die Entfernung zu uns beträgt etwa 28 Millionen Lichtjahre

 

 

M 51 am 10.2.2013, 190 Aufnahmen je 25s durch das 250/1016 SN im Primärfokus auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

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Die Große Magellansche Wolke ist eine kleine irreguläre Galaxie und befindet sich am südlichen Sternhimmel im Sternbild Schwertfisch. Sie ist deshalb von Deutschland aus nicht zu sehen.

Mit einer Entfernung von etwa 170 000 Lichtjahren liegt sie recht nah an unserer Milchstraße. Durch die geringe Entfernung kann diese Galaxie schon mit bloßem Auge beobachtet werden. Aufnahmen sind auch ohne umfangreiche Technik möglich. Schon eine digitale Spiegelreflexkamera reicht aus.

 

Große Magellansche Wolke am 21.2.2014, 149 Aufnahmen je 15s mit Canon EOS 400D (stehende Kamera) bei 1600 ASA, 35 mm Brennweite, f/4,5, addiert mit Fitswork

 

Aufnahmen: Manfred & Martina Witten bei San Pedro de Atacama, Chile

 

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In dieser Weitwinkelaufnahme sind beide Magellansche Wolken zu sehen. Die Kleine Magellansche Wolke ist eine weitere irreguläre Galaxie in unserer "Nähe", unten im Bild. Ähnlich weit entfernt von uns wie die Große, befindet sie sich ebenfalls tief am südlichen Sternhimmel, im Sternbild Tukan. Sie ist lichtschwächer, aber dennoch unter guten Bedingungen mit bloßem Auge zu sehen.

Der helle Stern rechts oben im Bild ist Canopus bzw. Alpha Carina im Sternbild Schiffskiel. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit begann das Objektiv zu beschlagen, was vermutlich die Ursache für die Strahlen an diesem Stern ist.

 

Magellansche Wolken am 2.5.2014, 11 Aufnahmen je 15s mit Canon EOS 400D (stehende Kamera) bei 1600 ASA, 18 mm Brennweite, f/3,5, addiert mit Fitswork

 

Aufnahmen: Manfred & Martina Witten in Neuseeland

 

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Unten links im Bild NGC 3389, darüber NGC 3371 und rechts  ist M 105 zu sehen. Diese 3 Galaxien sind über 35 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. In der Vergrößerung sind einige weitere lichtschwache Galaxien bis etwa 19m zu sehen.

 

 

NGC 3389, NGC 3371 und M 105 am 24.2.2014, 76 Aufnahmen je 140s durch das 250/1016 SN im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

 

 

 

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Die Galaxien M 65 (im Bild links unten), M 66 (darüber) und die Galaxie NGC 3628 kann man bei geringen Vergrößerungen ebenfalls gemeinsam betrachten. Diese 3 Galaxien werden auch als Leo-Triplett bezeichnet. Sie befinden sich in einer Entfernung von etwa 30 Millionen Lichtjahren.

 

 

M 65, M 66 und NGC 3628 am 23.2.2014, 90 Aufnahmen je 140s durch das 250/1016 SN im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

 

 

 

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Zum Testen des Nano Sky-Tracker richtete ich die Kamera mit 55mm Objektiv auf den südlichen Teil des Sternbildes Löwe. Etwas problematisch ist die Einnordung des Sky-Tracker mit einem Kugelkopf. Ich musste den Sky-Tracker mit Kamera minutenlang fest halten und mit winzigen Bewegungen versuchen, den Polarstern durch das kleine Sucherloch zu finden. Es gelang mir schließlich. So konnte ich die ersten Aufnahmen durchführen. Leider lockerten sich die Schrauben der Montageplatte am Sky-Tracker und an der Kamera. So musste ich diese vor jeder neuen Aufnahmeserie neu feststellen und das System neu einnorden. Für eine kleine und leichte Reisemontierung ist das aber akzeptabel.

 

Selbst bei dieser Brennweite werden schon einige Galaxien im Sternbild Löwe sichtbar. Das Galaxientrio aus dem Bild darüber ist hier links zu sehen. In der Übersichtaufnahme finden sich weitere Galaxien aus dem südlichen Teil des Sternbildes Löwe.

 

 

südlicher Teil des Sternbildes Löwe am 24.3.2017, 300 Aufnahmen je 18s durch 55mm f/4 Teleobjektiv auf Nano Sky-Tracker mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

Die Galaxie M 63 im Sternbild Jagdhunde ist etwa 22 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie wird auch als Sonnenblumengalaxie bezeichnet. Durch ihre Helligkeit und Ausdehnung ist sie ebenfalls leicht zu beobachten.

Die vielen kleinen roten Fleckchen sind große Emissionsnebel, in denen wahrscheinlich eine turbulente Sternentstehung im Gang ist.

 

 

M 63 am 23. und 24.2.2014, 55 Aufnahmen je 180s durch das 250/1016 SN im Primärfokus mit Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

 

 

 

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Die Sombrerogalaxie M 104 bietet im Teleskop einen faszinierenden Anblick. Ein länglicher, watteartiger Streifen aus Licht wird von einem scharf begrenzten Staubband durchschnitten. Um sie in der Aufnahme größer abzubilden, habe ich eine Aufnahmeserie mit 2m Brennweite versucht. Das starke Seeing in Horizontnähe macht die Aufnahme recht unscharf. Auch die Atmosphärische Dispersion macht sich stark bemerkbar. Diese konnte ich aber durch grafische Nachbearbeitung nahezu eliminieren.

Die Galaxie ist etwa 30 Millionen Lichtjahre entfernt.

 

M 104 am 14.2.2015, 50 Aufnahmen je 210s durch das 254/1000 N mit 2-fach Barlow Linse, auf Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, CLS Filter, addiert mit Fitswork

 

 

 

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Die Galaxie M 106 besitzt recht imposante Ausmaße. Die äußeren Spiralarme sind allerdings recht lichtschwach und werden daher erst in lange belichteten Aufnahmen sichtbar. Von der tatsächlichen Größe ist sie etwa mit unserer Milchstraße vergleichbar. Ihr Licht erreicht uns aus einer Entfernung von 24 Millionen Lichtjahren.

 

 

M 106 am 13.2.2015, 150 Aufnahmen je 50s durch das 254/1000 N auf Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

 

 

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In der Übersichtsaufnahme ist neben vielen lichtschwachen Galaxien rechts unten die Edge-on Galaxie NGC 4217 zu sehen.

 

 

M 100 erscheint eher kleiner. Die Spiralarme sind im Teleskop nicht so einfach erkennbar. Mit einer Entfernung von rund 56 Millionen Lichtjahren befindet sich diese Galaxis im Sternbild Haar der Berenike. Um die Galaxie in großem Format abbilden zu können, nutze ich wieder die 2-fach Barlow Linse, was aber in der Auflösung bisher keine nennenswerten Vorteile bot.

 

 

M 100 am 15.2.2015, 60 Aufnahmen je 150s durch das 254/1000 N auf Canon EOS 1100Da bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

 

 

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Eine der vielen, recht auffälligen Galaxien im Sternbild Jungfrau, ist M 90. Im Teleskop ist der helle Kern auffällig.

In der Übersichtsaufnahme sind weitere, schwächere Galaxien zu erkennen.

 

 

M 90 am 16.2.2015, 90 Aufnahmen je 145s durch das 254/1000 N auf Canon EOS 1100Da mit CLS-Filter bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

 

 

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Im Zentrum des Virgo-Galaxienhaufens liegt die große, elliptische Galaxie M 86. In ihrer Umgebung liegen viele weitere Galaxien in einem Bereich von weniger als 1° am Himmel. So ist es möglich, bei 1m Brennweite mehrere davon in einem Bild aufzunehmen. Die meisten der abgebildeten Galaxien liegen in einer Entfernung von 50 bis 60 Millionen Lichtjahren. M 86 ist etwa 56 und M 84 etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt. Links oben im Bild fand ich eine Strichspur, bei der ich davon ausging, dass es sich um einen Asteroiden handelt, Tatsächlich wurde ich in einer Datenbank fündig. Es handelt sich um den etwa 140 km großen Asteroiden 508 Princetonia, der sich zum Zeitpunkt der Aufnahme in etwa 450 Millionen km Entfernung zur Erde aufhielt.

Leider rüttelten am letzten Aufnahmetag leichte Windböen am Teleskop. So sind einige Bilder stark verwackelt und ich musste sie verwerfen. Die Bildschärfe der Aufnahme hat darunter ein wenig gelitten.

 

Bei Bewegung der Maus über das Bild werden die Beschriftungen der Galaxien sichtbar.

 

M 86 und weitere Galaxien, 19. - 21.2.2015, 200 Aufnahmen je 120s durch das 254/1000 N auf Canon EOS 1100Da mit CLS-Filter bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

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M 109 ist ein Balkenspiralgalaxie im Sternbild großer Bär. Mit einer Entfernung von etwa 50 Millionen Lichtjahren gehört sie ebenfalls zu den näher liegenden Galaxien und ist deshalb auch noch recht groß zu sehen. Bei einer Helligkeit von rund 10m kann man sie bereits mit kleineren Teleskopen erkennen. Die Spiralarme werden allerdings erst bei mittleren Öffnungen erkennbar.

 

 

 

M 109 8.1.2016, 290 Aufnahmen je 35s durch das 254/1016 N auf Canon EOS 1100Da ohne Filter bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

 

 

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M 95 und M 96 sind zwei Spiralgalaxien im Sternbild Löwe, wobei M 95 (links) eine Balkenspiralgalaxie ist. Beide Galaxien erscheinen im Teleskop ähnlich groß. Hier stimmt der Eindruck tatsächlich. Sie sind 33 (M 95) und 36 (M 96) Millionen Lichtjahre von uns entfernt und gehören zur Leo I Gruppe. Aufgrund ihres recht geringen Abstandes von weniger als 1° ist es möglich, sie bei 1m Brennweite gemeinsam in einer Aufnahme abzubilden. In diesem Fall musste ich allerdings erst die Kamera drehen, um sie beide gleichzeitig auf das Bild zu bekommen.

Geplant hatte ich eine Gesamtbelichtungszeit von etwa 6 Stunden. Allerdings machte mir hier das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nach rund drei stunden zogen einzelne Wolken durch das Bild, weshalb der Leitstern verloren ging. Zwei mal stellte ich ihn erneut ein. Der Himmel zog sich dann aber völlig zu. So musste ich die Aufnahme vorzeitig beenden. Die Spiralarme der Galaxien erscheinen daher noch recht schwach. Trotzdem sind in der Umgebung auch recht lichtschwache Galaxien bis etwa 19m sichtbar.

 

M 95 und M 96 am 12.2.2016, 120 Aufnahmen je 150s durch das 254/1016 N auf Canon EOS 1100Da mit CLS Filter bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

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Ich war erstaunt über die Größe und Helligkeit dieser Galaxie. Es muss schon ein recht großer Zufall sein, dass nicht schon Charles Messier, sondern erst später Wilhelm Herschel diese Galaxie entdeckte. Sie hat eine Ausdehnung von fast 13' und ist 8,8m hell. Besonders das recht helle Zentrum diese Balkenspiralgalaxie ist sehr auffällig. In dieser Gegend befinden sich auch viele Sternentstehungsgebiete, wie an den roten Flecken zu erkennen ist.

Die Entfernung liegt bei etwa 25 Millionen ly.

 

 

NGC 2903 am 2.-3.12.2016, Gesamtbelichtungszeit 8,5 Stunden, Aufnahmen je 165s durch das 254/1016 N auf Canon EOS 1100Da mit CLS Filter bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

 

 

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Beim Heumstöbern in der Astronomiesoftware fand ich die Galaxie NGC 2403 im Sternbild großer Bär. Sie erschien dort riesig. Es ist auch hier verwunderlich, das Charles Messier diese Galaxie nicht schon entdeckt hat. Aber er hat sie wohl übersehen. Die Entdeckung wird wieder Herschel zugeschrieben.

NGC 2403 ist mit 8,2m recht hell. Bei einer Ausdehnung von knapp 24' gehört sie auch noch zu den größeren Exemplaren. Von uns ist sie etwa 12 Millionen ly entfernt.

Am Tag der Aufnahme war die erste Nachthälfte vermutlich durch Eiskristalle in der Atmosphäre leicht eingetrübt. So wollte ich die Belichtungszeit über die ganze Nacht ausdehnen. Aber leider blieb das Teleskop gegen 1.00 Uhr an einem Stativbein hängen und ich musste die Belichtung abbrechen.

 

 

NGC 2403 am 28.1.2017, Gesamtbelichtungszeit 5,5 Stunden, Aufnahmen je 40s durch das 254/1016 N auf Canon EOS 1100Da ohne Filter bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

 

 

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Die Lage dieser Galaxie war an diesem Tag günstig, also unternahm ich einen erneuten Versuch, sie abzulichten. Durch die inzwischen verbesserte Ausrüstung und etwas mehr Erfahrung werden natürlich deutlich mehr Einzelheiten sichtbar, auch wenn die Wetterbedingungen nicht optimal waren. Zum Vergleich ist rechts (und weiter unten) die Aufnahme aus dem Jahr 2007 zu sehen.

Mit einer Ausdehnung von fast einem halben Grad gehört die Feuerrad-Galaxie zu den visuell größten am nördlichen Sternhimmel. Mit einer Helligkeit von 7,5m ist sie auch recht hell und schon mit kleineren Teleskopen oder Ferngläsern zu beobachten.

 

M 101 am 29.1.2017, Gesamtbelichtungszeit 3,5 Stunden, Aufnahmen je 40s durch das 254/1016 N auf Canon EOS 1100Da ohne Filter bei 800 ASA, addiert mit Fitswork

 

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Zufällig fand ich auf einem Foto des Sternbildes Herkules eine kleine Galaxie. Mit Hilfe einer Sternkarte konnte ich sie als NGC 6207 identifizieren. Mit 12,2m ist sie nur sehr schwach zu erkennen und sicher auch viele Millionen Lichtjahre entfernt.

Das ist wieder eine ältere Aufnahme mit chemischem Film. Mit den neueren Bildern ist sie nicht zu vergleichen.

NGC 6207 - 22.7.2001 - 15 min Belichtungszeit auf 1000 ASA (Ausschnittvergrößerung)

 

Im Sternbild Pegasus sind zahlreiche Galaxien zu beobachten. Rechts zu sehen ist NGC 7331. Mit etwa 50 Millionen Lichtjahren ist sie eine der entferntesten, die ich bis zu diesem Zeitpunkt beobachten konnte. Für eine so große Distanz ist sie mit 10,3m noch recht hell.

 

In der Umgebung von NGC 7331 befinden sich weitere Galaxien, die aber viel lichtschwächer sind. Einzelne der schwachen, rötlichen Fleckchen, etwas rechts unterhalb von NGC 7331, sind solche weit entfernten Sterneninseln - in diesem Bild kaum von Sternen zu unterscheiden.

 

NGC 7331 am 12.10.2001 bei 1200 mm Brennweite 15 min auf 1000 ASA Negativfilm belichtet (Ausschnitt)

 

 

Mehr als 10 Jahre später nahm ich nun NGC 7331 erneut auf. Da die Morgendämmerung nahte, konnte ich zwar nur noch kürzere Belichtungen durchführen, aber trotzdem ist die Galaxie schon deutlich besser als in der alten Aufnahme zu sehen. Die schwachen, rötlichen Fleckchen sind nun hier schon als kleine Galaxien (rechts oben, da die Kamera gegenüber der anderen Aufnahme gedreht ist) NGC 7335 und NGC7336, oben links als scheinbar verzerrter Stern NGC7337 - alle bei 13m bis 15- erkennbar.

 

NGC7331 am 19.8.2012 aus 140 Einzelbildern mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 8s bei 6400 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN (Ausschnitt)

Kurze Zeit später unternahm ich einen weiteren Versuch unter besseren Bedingungen. Die Aufnahme verlief nicht optimal, aber gegenüber dem Bild darüber sind deutlich mehr Einzelheiten zu erkennen. Die kleineren Nachbargalaxien werden jetzt noch deutlicher als solche sichtbar und in der großen Galaxie kann man nun auch schon Spiralarme erkennen. In der Übersichtsaufnahme sind einige weitere kleine Galaxien erkennbar.

 

 

 

NGC 7331 am 22.9.2012, Belichtungszeit 2h, Einzelbilder je 25s durch das 250/1016 SN im Primärfokus auf Canon EOS 1100Da bei 6400 ASA, CLS-Filter, addiert mit Fitswork

 

Der erste Versuch mit der Digitalkamera Pentax *ist DL2 Fotos durch das Teleskop zu machen ist diese Aufnahme von der Feuerrad-Galaxie M 101. Durch Probleme bei der Nachführung ist die Aufnahme unscharf. Dennoch zeichnen sich die Spiralarme bereits ab. Das Bild stellt einen verkleinerten Ausschnitt des Originals dar, das aus vier Bildern summiert wurde um das Rauschen zu verringern.

 

In der Umgebung dieser 27 Millionen Lichtjahre entfernten und recht hellen Galaxie befinden sich zahlreiche weitere im Sternbild großer Bär und den umliegenden. Die meisten sind jedoch sehr lichtschwach und visuell daher nur schwer zu beobachten.

 

M 101 bei 1016 mm Brennweite 

4x 30 s auf Pentax DL2

 

 

Galaxien sind im Allgemeinen Bestandteile viel größerer Gebilde, den Galaxienhaufen. Diese können eine recht große Zahl an Galaxien beherbergen. Der hier dargestellte Galaxienhaufen Abell 2634 enthält viele hundert Galaxien. Er befindet sich in einer Entfernung von etwa 400 Millionen Lichtjahren. Allein in dem kleinen Ausschnitt rechts sind bereits 9 Galaxien zu sehen und 8 davon entsprechend gekennzeichnet. In der Mitte des Bildes befindet sich NGC 7720. Mit 12,4m ist sie wohl die hellste des Galaxienhaufens. Die übrigen kann man von Sternen meist nur unterscheiden, weil sie sich als unscharfe kleine Fleckchen zeigen. In der Übersichtsaufnahme (Bild anklicken) sind mehr als 50 davon zu sehen. Die meisten haben nur eine Helligkeit von 15m bis 17m. Schwächere sind in der Aufnahme wohl nicht zu erkennen.

 

30 Aufnahmen mit je 15s durch das 250/1016 SN im Primärfokus auf Pentax Ist DL2 bei 3200 ASA, addiert mit Fitswork

Abell 2634  22.10.2011

 

Mit verbesserter Technik erscheint dieser Galaxienhaufen noch eindrucksvoller. Es ist sofort erkennbar, dass er sehr reich an Galaxien ist. Im vergrößerten Bild sind weit über 100 schwache Sterneninseln zu sehen, bis unter 19m. Nur die wenigen, vergleichsweise scharf begrenzten Fleckchen sind Sterne. Die Galaxie NGC7720 (rechts etwa Bildmitte) dominiert diesen Cluster.

 

 

90 Aufnahmen mit Canon EOS 1100Da je 30s bei 6400 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

Abell 2634 mit NGC 7720 am  14.8.2012

 

 

Der Galaxienhaufen um NGC507 ist mit rund 200 Millionen Lichtjahren Entfernung schon etwas näher. Entdeckt wurde er von Friedrich Wilhelm Herschel. Die Galaxie NGC507 befindet sich im Bild etwas rechts unterhalb der Mitte. In  der Vergrößerung sind viele weitere Galaxien zu sehen, deren Helligkeit wieder bis unter 19m reicht.

 

 

 

75 Aufnahmen mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 30s bei 6400 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

NGC 507  13.8.2012

 

 

 

Der Galaxienhaufen Pegasus I ist mit einer Entfernung von durchschnittlich etwa 160 Millionen Lichtjahren noch näher an unserer Position. Die beiden dominierenden elliptischen Galaxien NGC 7619 (oben rechts im Bild) und NGC 7626 (Mitte) sind mit etwa 11m schon mit mittleren Teleskopen auch visuell beobachtbar. Sie sind hier nicht in voller Größe erkennbar, da die äußeren Regionen sehr lichtschwach sind. Links unten im Bild ist die Galaxie NGC 7631 zu sehen. Rechts daneben der kleine senkrechte Strich ist PGC 71155. In der Vergrößerung erscheinen weitere Galaxien des Haufens.

 

600 Aufnahmen mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 30s bei 6400 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

Galaxienhaufen Pegasus I  am  2. und 3.10.2013

 

Eine riesige Ausdehung am Himmel hat der Galaxienhaufen Abell 426, auch Perseushaufen genannt. Er erstreckt sich über einen Winkel von bis zu 15°. In dieser Aufnahme ist deshalb nur ein Ausschnitt von etwa 1° zu sehen. Darin sind bereits weit über 100 kleine Galaxien zu erkennen, von denen einige heller als 12m sind. Rechts im Ausschnitt sind die auffälligsten Galaxien: NGC 1278, NGC 1275, NGC 1272, NGC 1273 und PGC 12405 (von links oben entgegen dem Uhrzeigersinn). Insgesamt enthält dieser etwa 240 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxienhaufen wohl über 1000 Galaxien.

 

80 Aufnahmen mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 145s bei 800 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

Galaxienhaufen Abell 426  am  28.10.2014

Ein recht naher Galaxienhaufen, kaum mehr als 50 Milionen Lichtjahre entfernt, ist der Virgo-Galaxienhaufen. Wahrscheinlich über 2000 Galaxien finden sich darin. Seine Ausdehnung am Himmel ist durch seine relativ geringe Entfernung recht groß und erstreckt sich vom Sternbild Jungfrau bis in das Sternbild Haar der Berenike.

Diese Aufnahme ist das First Light des 250mm Teleobjektivs mit dem Nano Sky-Tracker. In der Ankündigung zum Sky-Tracker ist zwar angegeben, dass Objektive bis 50mm Verwendung finden können, aber auch bei 250mm Brennweite ist der Nano-Tracker bei kürzeren Belichtungszeiten noch nicht überfordert. Das größte Problem dabei ist, das gesuchte Objekt auf das Bild zu bekommen. Der Bildausschnitt am Himmel bei dieser Brennweite liegt nur noch bei etwa 4°. So wollte ich eigentlich die hellsten Galaxien des Haufens anvisieren, lag aber ein wenig zu tief und erwischte nur noch die unteren. Hier rechts im Bild: NGC 4429. In der Vergrößerung werden viele weitere (allerdings meist schwächere) Galaxien des Haufens sichtbar.

Virgo-Galaxienhaufen am  24.3.2017, 280 Aufnahmen mit Canon EOS 1100Da, je 18s bei 1600 ASA belichtet durch 250mm f/5,6 Teleobjektiv mit Nano Sky-Tracker

 

Der Galaxienhaufen Abell 2151 ist ein Teil des Herkules-Superhaufens. Er ist etwa 500 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Trotzdem hat er eine recht große Ausdehnung am Himmel. Der Ausschnitt rechts enthält die wohl hellsten Exemplare, die eine Helligkeit von knapp 13m erreichen. Die schwächsten in der Übersichtsaufnahme haben eine Helligkeit von weniger als 18m.

 

Während der Aufnahme war der Himmel zwar klar, aber leider störten Windböen von bis zu 20 km/h die Aufnahme.   

Deshalb ließ ich die Taukappe weg, da sie eine recht große Windlast darstellt. Das Teleskop fühlte sich dann auch stabiler an. In den Aufnahmen musste ich erkennen, dass kaum ein Bild ohne Störungen war. Die meisten waren sogar ziemlich verwackelt (siehe Bild links). Trotzdem probierte ich  die Überlagerung der Bilder aus. Erstaunlicherweise wurden dabei viele Störungen weggerechnet. Die Sterne sind im Ergebnis zwar größer und etwas "matschig". Aber das Ziel, die Galaxien zu erkennen, ist erreicht.

120 Aufnahmen mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 110s bei 800 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 N

Galaxienhaufen Abell 2151 mit der Spiralgalaxie NGC 6045 am  30.4.2017

Bei Bewegung der Maus über das Bild werden die Beschriftungen einiger Galaxien sichtbar.

 

Rechts im Bild zu sehen ist der Quasar SDSS J07464+2449 in einer Entfernung von 11,6 Milliarden Lichtjahren (Mausbewegung auf dem Bild macht Markierung sichtbar). Diese Entfernungsangabe ist allerdings nicht sehr sinnvoll. Sie gibt lediglich die Lichtlaufzeit wieder, die seit der Aussendung des Lichtes vergangen ist. Damit stammt es aus einer Zeit, etwa 2 Milliarden Jahre nach dem Urknall. Durch die Expansion des Weltalls ist die tatsächliche Entfernung heute viel größer und dürfte inzwischen bei über 21 Milliarden Lichtjahren liegen. Zum Zeitpunkt der Aussendung des Lichtes war die Entfernung noch viel geringer. 

Eine sinnvollere Angabe ist bei Quasaren und anderen sehr weit entfernten Objekten die Rotverschiebung, die in diesem Fall z=2,979 beträgt. Das bedeutet, dass in diesem Bild kein sichtbares Licht des Quasars zu sehen ist. Vielmehr sehen wir ultraviolettes Licht des Quasars, das aufgrund der Rotverschiebung hier bei uns als sichtbares Licht ankommt. Der Quasar erscheint trotzdem eher bläulich, was darauf hindeutet, dass die Lichtintensität zu höheren Energien hin zunimmt. Das sichtbare Licht, das der Quasar aussendete wurde weit in das infrarote Spektrum verschoben und ist damit in der Aufnahme nicht erkennbar. 

Die Bezeichnung SDSS ist die Abkürzung des Sloan Digital Sky Survey. Dabei handelt es sich um eine Durchmusterung eines großen Himmelsauschnittes mit einer riesigen Zahl an Objekten, die schon viele Jahre läuft. Während der Durchmusterung wurden unter anderem eine große Zahl Quasare entdeckt. Viele davon haben Helligleiten von 12m - 18m und in einem Fall sogar noch heller. So sind sie auch für Amateurteleskope erreichbar. Die Zahlen in der Bezeichnung des Quasars weisen auf die Position (Äquatorkoordinaten) am Himmel hin. Dieser Quasar hat eine Helligkeit von 15,5m.

Um aus einer so gigantischen Entfernung noch so hell zu sein, muss die tatsächliche Helligkeit unvorstellbar hoch sein. Viele Quasare leuchten mehrere Billionen mal heller als unsere Sonne, hundert oder tausend Mal heller als eine gewöhnliche Galaxie. Dabei ist ein Quasar nur der aktive Kern einer Galaxie. Um ein riesiges schwarzes Loch in einer solchen Galaxie kreist eine Akkretionsscheibe. Sie besteht aus großen Mengen Staub, Gas und ganzen Himmelskörpern, die dabei zerrissen werden. Das Material wird vom schwarzen Loch angezogen und begibt sich dabei in eine Spiralbahn. Durch die gigantischen Kräfte in der Nähe des schwarzen Lochs heizt die Reibung diese Akkretionsscheibe auf. Die frei werdenden Energien sind so gewaltig, dass die Scheibe eine so große Energiemenge in einem breiten Spektrum abgibt, dass sie so hell leuchtet. Wegen der großen Entfernungen erscheinen Quasare natürlich nur als kleiner Punkt. Daher rührt auch die Bezeichnung Quasar, Abkürzung für quasistellares Objekt.

 

Quasar SDSS J07464+2449 am 28.10.2014

40 Aufnahmen mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 165s bei 800 ASA belichtet im Primärfokus des 250/1016 SN

 

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Einer der wohl entferntesten Quasare, die mit Amateurmitteln im sichtbaren Licht aufzunehmen sind, ist APM 08279+5255. Seine Rotverschiebung beträgt z=3,911. Damit liegt die Entfernung, die der Lichtlaufzeit entspricht, bei etwa 12,2 Milliarden Lichtjahren. Das Licht, das wir in dieser Aufnahme sehen, wurde also etwa 1,6 Milliarden Jahre nach dem Urknall ausgesendet, zu einer Zeit, in der an unser Planetensystem noch nicht einmal zu denken war. Die Rotverschiebung führt in diesem Fall auch tatsächlich zu einer Rotfärbung des Objektes.

Entsprechend der riesigen Entfernung und dennoch vergleichsweise "großen" Helligkeit von 15,2m, handelt es sich wohl um das lichtstärkste Objekt, das im Weltall bisher überhaupt gefunden wurde. 

Das Hubble-Teleskop wies mehrere Teilbilder einer Gravitationslinse nach. Dieser Effekt könnte hier auch zu einer Verstärkung der Helligkeit beitragen. Die Auflösung meiner Geräte ist allerdings viel zu gering, um diese Details sichtbar zu machen. 

In der Übersichtsaufnahme sind noch einige Galaxien zu finden, deren Helligkeiten etwa zwischen 14m und 19m liegen. 

 

Die Bewegung der Maus über das Bild markiert den Quasar.

 

Quasar APM 08279+5255 am 19.2.2015

40 Aufnahmen mit Canon EOS 1100Da, CLS-Filter, je 150s bei 800 ASA belichtet im Primärfokus des 254/1000 N

 

 

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